Ein Sieg muss her
Tischtennis-Bundesligist Werder Bremen steht gegen Gönnern schon unter Druck


BREMEN. Vorhang auf zum zweiten Akt in der Deutschen Tischtennis-Liga (DTTL): Eine Woche nach dem unglücklichen 2:3 gegen den SV Plüderhausen spielt der SV Werder Bremen am Sonntag um 15 Uhr erneut in der Unihalle. Gegner diesmal: der TTV Gönnern, gegen den die Gastgeber nach eigener Vorgabe unbedingt gewinnen müssen.

Aus den ersten beiden Partien hatte Trainer Cristian Tamas vor Saisonbeginn nämlich mindestens einen Sieg gefordert. Und der erscheint angesichts der kommenden Werder-Gegner auch bitter nötig. Düsseldorf, Frickenhausen/Würzburg und Grenzau heißen die weiteren Kontrahenten im September - da droht, falls übermorgen erneut nichts Zählbares für die Bremer herausspringt, ein krasser Fehlstart.

Sascha Greber möchte die Partie gegen Gönnern nicht überbewerten. "Ein Erfolg würde uns Ruhe geben", sagt er, "es ist aber kein Schicksalsspiel für uns." Was dem Teamchef Mut macht: "Im vergangenen Jahr haben wir immer gute Nerven gezeigt, wenn’s darauf ankam." An der Favoritenrolle für seine Mannschaft gebe es gleichwohl nichts zu rütteln.

"Wenn wir erneut verlieren sollten, wird’s ganz schwer für uns", räumt auch Lars Hielscher ein, der in der vergangenen Woche Werders großer Pechvogel war. Nicht weil er etwa schlecht, sondern da er gar nicht spielte. Nach verletzungsfreier Vorbereitung hatte er sich am Freitag im Training eine Rückenverletzung zugezogen, die den Auftritt gegen Plüderhausen nicht zuließ. "Jetzt sieht es aber gut aus bei mir", sagt der Nationalspieler, der am Montag eine Spritze erhielt und sich nach einer kurzen Trainingspause inzwischen wieder fit fühlt. "Gönnern ist für uns nun eine Standortbestimmung", meint Lars Hielscher. Für die Mannschaft allemal, aber auch für ihn persönlich.

Dabei ist offen, ob Lars Hielscher überhaupt zum Einsatz kommt. Trinko Keen, Seiya Kishikawa und Constantin Cioti sind auch fit, so dass Cristian Tamas personell aus dem Vollen schöpfen kann. In taktischer Hinsicht lassen sich die Werderaner jedoch nicht in die Karten schauen. Wer an Position eins aufläuft und damit für ein mögliches Doppel ausfällt? Kein Hinweis. Andererseits können auch Cristian Tamas und Sascha Greber nur spekulieren, ob die Gäste ihren Neuzugang, den Taiwanesen Hung-Chieh Chiang, an eins setzen oder nicht.

"Das neue Spielsystem macht uns die taktische Ausrichtung nicht leichter", gesteht Sascha Greber. Für das schwere zweite Heimspiel baut er auch aufs Publikum, das in der Vorwoche zahlenmäßig noch klein und geräuschmäßig zurückhaltend auftrat. "Wir haben offenbar nicht deutlich genug gesagt, dass die Fans auch in den Halleninnenraum dürfen", hofft Sascha Greber nun auf mehr räumliche Nähe der Zuschauer.

Von Jörg Niemeyer, Weser-Kurier