Abschiedsstimmung und Revanchegelüste Im letzten Heimspiel der Tischtennis-Bundesligasaison empfängt Werder Bremen Jülich

Bremen. Sascha Greber hat Bauchschmerzen. Morgen um 15 Uhr erwartet Tischtennis-Bundesligist Werder Bremen in seinem letzten Heimspiel den direkten Tabellennachbarn TTC Indeland Jülich und der Bremer Teamchef fürchtet, dass ausgerechnet beim Saisonausklang an heimischen Tischen die Fans die Mannschaft im Stich lassen. "Wir haben Osterferien, da ist doch halb Bremen ausgeflogen", argwöhnt Greber. "Und außerdem haben wir jetzt so tolles Frühlingswetter. Wen zieht es da denn in die Halle?"

Dabei könnte Werders Tischtennis-Trio gerade morgen eine lautstarke Fan-Unterstützung so gut gebrauchen - aus mehreren Gründen. Die Bremer, derzeit Tabellenachter, könnten mit einem Erfolg über Jülich und einem Sieg im letzten Spiel in Plüderhausen (19. April) noch das angestrebte Minimalziel, sprich Platz sechs der Abschlusstabelle, erreichen. Laut Sascha Greber ist das Motivation genug für Lars Hielscher, Trinko Keen, Seiya Kishikawa und Constantin Cioti, noch einmal alles zu geben.

"Die Jungs sind heiß", schildert Greber plastisch die Vorfreude des Quartetts auf die morgige Begegnung. Die Vorfreude auf Jülich hat aber noch einen anderen Grund, einen ganz triftigen. Im Vorrundenspiel kassierten die Bremer eine 0:3-Auswärtsklatsche, an einem grauen Oktobertag lieferten sie dabei die wohl schlechteste Saisonleistung ab. "Die Spieler brennen darauf, sich für diese Niederlage zu revanchieren", betont Sascha Greber.

Das Spiel gegen Jülich hat für drei Spieler aber noch eine weitere Bedeutung. Trinko Keen, Seiya Kishikawa und Constantin Cioti bestreiten morgen ihr letztes Spiel für Werder vor eigenem Publikum. Keen, der lange Holländer, spielte drei Jahre für die Bremer, Kishikawa zwei Jahre und Cioti, der stille Rumäne, fünf Jahre. Noch vor dem ersten Aufschlag werden diese drei Spieler vom Verein offiziell verabschiedet. Der Präsident des SV Werder Bremen, Klaus-Dieter Fischer, wird die Dankesworte an die drei Akteure richten. "Alle drei Spieler haben sehr viel für den Verein getan. Wir möchten sie in einem würdigen Rahmen verabschieden. Ich freue mich, dass Klaus-Dieter Fischer, der uns immer unterstützt, dies übernehmen will. Gerade deshalb wäre es auch schön, wenn die Spieler noch einmal eine volle Halle sehen würden", sagt Sascha Greber.

Neben der würdigen Verabschiedung gibt es aber auf jeden Fall auch guten Sport zu sehen. Dafür bürgt in der Mannschaft des Gegners zum einen der Name des Altmeisters Jörg Rosskopf, zum anderen der Japaner Taku Takakiwa. Der WG-Mitbewohner von Seiya Kishikawa in Düsseldorf zählt zu den besten Spielern der Liga in dieser Saison (im Hinspiel hat er die Bremer fast im Alleingang bezwungen) und wird bekanntlich in der kommenden Spielzeit das grün-weiße Werder-Trikot überstreifen. So bietet der morgige Sonntag allen Bremer Tischtennis-Fans also beste Gelegenheit, die Spielkünste des jungen Japaners zu begutachten. Gründe genug, so findet Sascha Greber, trotz Ferien und Frühlingswetter in die Uni-Halle zu kommen. Wahrscheinlich sind die Bauchschmerzen des Teamchefs ja auch völlig unbegründet.

 

Von Michael Thurm, Weser-Kurier