Keine
Geschenke, aber anerkennende Worte
Sieg des
Landesliga-Spitzenreiters Neurönnebecker TV gegen TSV Farge-Rekum
fällt etwas zu hoch aus – 9:2
Bremen-Nord. Punkte verschenkte der ungebremst
Richtung Tischtennis-Verbandsliga marschierende Landesliga-Spitzenreiter Neurönnebecker TV im Derby gegen die
TSV Farge-Rekum beim 9:2-Heimerfolg zwar nicht, aber
anerkennende Worte verteilten Verantwortliche und Spieler an den
abstiegsbedrohten Lokalrivalen schon. „Mit dieser Mannschaft wird Farge nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Sie sind stärker
als in der Hinrunde“, gab NTV-Manager Gerhard Richter nach dem knapp
dreistündigen Duell zu Protokoll.
Richters
Einschätzung basiert auf der Rückkehr von Christoph Lindemann vom
Verbandsligisten TV Hude. Die neue Nummer eins gab im
oberen Paarkreuz auch prompt eine Kostprobe seines Könnens gegen Rönnebecks
regionalligaerprobten André Stang ab und sicherte Farge in fünf Sätzen einen der beiden Zähler. „Es war nicht
so, dass ich viele leichte Fehler gemacht habe. Er hat schon sehr gut gespielt
und sehr gut getroffen“, lobte André Stang den
Gegner, der ihm die fünfte Niederlage der laufenden Serie zufügte. „Gegen Farge geht’s einfach nicht“, erinnerte sich Stang an das Hinspiel, in dem er sich Lars Thate überraschend hatte beugen müssen.
Neben
Christoph Lindemann („Der Sieg war gut für das Selbstvertrauen in den nächsten
Spielen“) punktete für die auf dem Relegationsplatz stehenden Gäste in den drei
Eingangsdoppeln und der ersten Einzelrunde auch noch überraschend Jan Schönmann
gegen den Landesmeisterschaftsdritten Alexander Semmler, so dass es 7:2 für den verlustpunktfreien
Tabellenführer (24:0) hieß.
„Farge hätte ein, zwei Punkte mehr verdient gehabt“, stellte
Gerhard Richter fest und dachte dabei an die Fünfsatzsiege von Dimitri Reder gegen Marcus Kunte und
Joshua Webb gegen Mohammad Azadi. Während Azadi in einer Partie mit spektakulären Angriffsaktionen
einen 2:0-Satzvorsprung aus den Händen gab, war das Duell der Routiniers Reder und Kunte von der Taktik
geprägt. Marcus Kunte fand gegen den Rönnebecker
Defensivspezialisten zunächst die richtige Mischung aus Mut und Geduld und
verdiente sich eine 2:1-Führung redlich. Doch Reder,
ab dem vierten Satz von einer Wadenzerrung gehandicapt, gewann an Sicherheit
und machte im fünften Durchgang aus dem 2:4 das vorentscheidende
8:4.
„Respekt. Marcus hat sehr schlau gespielt“,
erklärte Dimitri Reder, dem seine Teamkollegen
zwischenzeitlich zu einer verletzungsbedingten Aufgabe rieten. Bei Reders dreifachem „nein“ klang der Siegeswille des
Abwehrspielers durch, der sich nach dem Matchball für seine Entscheidung
bestätigt sah: „Es hat sich doch gelohnt.“ Und das gleich in doppelter
Hinsicht: So musste Reder nämlich nicht ein zweites
Mal an den Tisch – die Partie gegen Thorsten Holländer hätte er
verletzungsbedingt abschenken müssen –, und seine Bilanz blieb mit jetzt
13:0-Siegen auch noch makellos.
Den
Schlusspunkt setzte Rönnebecks oberes Paarkreuz mit dem konzentriert
aufspielenden Landesmeister Jakob Guzmann und dem
sich knapp für die Hinspielniederlage gegen Lars Thate
revanchierenden André Stang. „Von der Leistung her
bin ich nicht unzufrieden. Aber wir lassen zu viele Chancen ungenutzt“, fasste Farges Mannschaftsführer Thorsten Holländer seine Eindrücke
zusammen und unterstrich, dass genau das am kommenden Sonnabend nicht passieren
darf. Dann treten die Nordbremer nämlich zum Kellerduell beim einen Platz und
einen Punkt schlechter platzierten Post SV Uelzen an.
Neurönnebecker TV – TSV Farge-Rekum 9:2:
Guzmann/Depperschmidt – Lindemann/Holländer
3:1 (11:5, 7:11, 11:8, 11:9)
Stang/Webb – Thate/Kunte
3:2 (11:6, 9:11, 9:11, 11:3, 11:6)
Reder/Semmler – Schönmann/Azadi
3:0 (11:5, 11:5, 11:7)
Stang – Lindemann 2:3 (11:6, 12:14, 14:12, 10:12, 8:11)
Guzmann – Thate 3:1 (11:8, 11:7, 6:11,
11:2)
Reder – Kunte 3:2 (7:11, 11:9, 8:11, 11:8, 11:8)
Depperschmidt – Holländer 3:1 (11:6, 11:2, 5:11, 11:9)
Webb – Azadi 3:2 (8:11, 12:14, 11:8, 11:6, 11:9)
Semmler – Schönmann 2:3 (9:11, 11:9, 4:11, 11:9, 5:11)
Stang – Thate 3:2 (11:8, 11:9, 11:13, 5:11, 11:7)
Guzmann – Lindemann 3:1 (11:4, 5:11, 11:9, 11:5)
von Jens Pillnick,
Die Norddeutsche - Sport vom Dienstag 09.02.2010