Was für ein grandioser Sieg! In einem aus Bremer Sicht
fast schon traditionellen Tischtennis-Krimi bezwang Werder Bremen den
Tabellenführer TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell. Grundlage des Erfolges war der
Auftaktsieg von Lars Hielscher gegen Wang Xi. Der in der Rückrunde noch
ungeschlagene Chinese konnte vor zwei Wochen noch Timo Boll besiegen, musste
sich aber einem entfesselt spielendem Lars Hielscher letztendlich in fünf
Sätzen geschlagen geben.
Bereits im ersten Satz bekamen die 750 Zuschauer einen entschlossenen
Werderaner zu sehen. Hielscher legte schnell fünf Punkte vor und konnte diese
Führung zum Satzgewinn nutzen. Im folgenden Verlauf wechselten sich die
Kontrahenten mit Satzgewinnen ab, bereits im vierten Durchgang hatte Lars
Hielscher jedoch mit drei Matchbällen die Möglichkeit, für eine große
Überraschung zu Sorgen. Wang Xi konterte aber mit einem 12:10, somit musste der
letzte Satz über den ersten Punktgewinn entscheiden. Der in der bisherigen
Saison schier unschlagbare Chinese konnte den psychologischen Vorteil nicht
nutzen, Lars Hielscher kämpfte sich zurück und konnte seinen insgesamt fünften
Matchball zur überraschenden Bremer Führung verwandeln.
In der folgenden Begegnung bestand damit für Jens Lundqvist die große
Möglichkeit, im schwedischen Duell gegen Robert Svensson die Führung der Gäste
auszubauen. Und Werders Nummer eins nutzte diese Chance eiskalt. In drei Sätzen
ließ Lundqvist keinen Zweifel an seiner guten Verfassung, zur Pause stand der
Favorit aus Fulda dadurch mit einem 0:2 Rückstand bereits kurz vor einer
überraschenden Heimniederlage.
Die Hessen fanden jedoch noch einmal zurück in die Partie. Zunächst konnte
Almeister Jan-Ove Waldner Taku Takakiwa bezwingen. Werders Japaner holte sich
durch einen Blitzstart den ersten Satz, "Waldi" zeigte in den
darauffolgenden Durchgängen aber seine ganze Erfahrug und verkürzte für sein
Team auf 1:2. Im anschließenden Duell der Top-Spieler rehabilitierte sich Wang
Xi für seine Auftaktniederlage, in ebenfalls vier Sätzen besiegte er Jens
Lundqvist. Wie bereits in den letzten beiden Partien mit grün-weißer
Beteiligung musste somit das Doppel für eine Entscheidung sorgen.
Werder setzte auf sein bewährtes Doppel Lars Hielscher und Taku Takakiwa, die
beiden bekamen es mit Jan-Ove Waldner und Meng Qing Yu zu tun. Ähnlich wie im
ersten Einzel erwischten die Gäste einen Blitzstart und sicherten sich den
ersten Satz mit 11:2. Die beiden darauffolgenden Sätze gewann das hessische Duo
und befand sich somit quasi auf der Siegerstraße. Wie es sich für einen guten
Krimi gehört, hatte der Abend aber noch eine weitere Wendung für die Zuschauer
parat. Hielscher und Takakiwa kamen furios zurück und sorgten für den erneuten
Satzausgleich. Und anders als noch gegen Grenzau gingen die entscheidenden
Punkte im letzten Satz an die Werderaner: Der grün-weißen Punkteserie konnten
die Klosterstädter nichts Entscheidendes mehr entgegensetzen, mit 11:5
vollendete das Bremer Doppel die Begegnung zu einem vielumjubelten
Auswärtssieg.
In der Tabelle klettern die Hanseaten durch den fünften Erfolg in der Liga auf
Platz acht, die anderen Konkurrenten haben morgen jedoch die Möglichkeit
nachzuziehen. Die nächste Begegnung lässt aus grün-weißer Sicht leider etwas
auf sich warten, am 28.03. reisen die Werderaner zum SV Plüderhausen.
Stimmen zum Spiel folgen.
Die Ergebnisse:
Wang Xi - Lars Hielscher 2:3 (5:11, 11:6, 9:11, 12:10, 8:11)
Robert Svensson - Jens Lundqvist 0:3 (10:12, 9:11, 9:11)
Jan-Ove Waldner - Taku Takakiwa 3:1 (5:11, 11:9, 11:4, 11:7)
Wang Xi - Jens Lundqvist 3:1 (11:8, 12:10, 5:11, 11:8)
Meng Qing Yu / Jan-Ove Waldner - Lars Hielscher / Taku Takakiwa 2:3
(2:11, 11:8, 11:9, 6:11, 5:11)
Florian Schwarz