Bundesliga-Duelle werden herbeigesehnt Regionalliga-Damen der SG Marßel gegen Braunschweig und Oldendorf bei jeweiligen 8:0-Siegen unterfordert

Das Verlangen, endlich wieder in der 2. Tischtennis-Bundesliga mitzumischen, wächst bei Spielerinnen, Verantwortlichen und Anhängern der SG Marßel von Partie zu Partie. Beim Doppelspieltag an diesem Wochenende war der Regionalliga-Spitzenreiter aus Bremen-Nord einmal mehr völlig unterfordert und fegte erst am Sonnabend das Schlusslicht RSV Braunschweig und dann gestern den Tabellenzweiten Spvg. Oldendorf mit jeweils 8:0 aus der Halle.

Das sonst so begeisterungsfähige Publikum spendete diesmal allenfalls artigen Beifall, die mangelnde Spannung ließ in der kühlen Halle an der Landskronastraße keine erwärmende Stimmung aufkommen. "Wir haben aus dem Stand mit halber Kraft gespielt", beschrieb Marßels Teammanager Edo Wellmann die ungleichen Kräfteverhältnisse. Wellmann war fast mehr gefordert als seine Spielerinnen, denn er ersetzte den fehlenden Oberschiedsrichter.

"Es wird Zeit, dass wir wieder in der 2. Bundesliga spielen", sehnt nicht nur Wellmann den Herbst dieses Jahres herbei. Zweifel, dass die SG Marßel die Rückkehr dorthin nach dem freiwilligen Verzicht im Vorjahr nicht schaffen könnte, gibt es bei jetzt 22:0 Zählern und sechs Punkten Vorsprung auf das den Nordbremerinnen nicht gewachsene Verfolgerfeld keine.

SG Marßel - RSV Braunschweig 8:0: "Wir haben noch nicht einmal gut gespielt und gewinnen trotzdem so hoch", stellte Edo Wellmann nach dem 84 Minuten dauernden Vergleich gegen das auch noch ersatzgeschwächte Schlusslicht (0:22 Punkte) fest.

Der einzige Satzgewinn gelang den Niedersachsen, bei denen Spitzenspielerin Kerstin Walter aus dem dreiköpfigen Walter-Clan fehlte, im zweiten Doppel zum 1:1-Satzausgleich. SG Marßel - Spvg. Oldendorf 8:0: Das Spitzenspiel hielt nicht das, was die Papierform versprach. Das lag nicht nur an der ohnehin vorhandenen Marßeler Dominanz in der Spielklasse, sondern auch daran, dass Oldendorf mit einem absoluten Notaufgebot anreiste. Von den ersten fünf Spielerinnen der Setzliste war mit Maike Bill nur eine dabei, die anderen fehlen schwangerschaftsbedingt, wegen einer Zahn-Operation oder wegen Prüfungsstresses. So lief das von Nicole Stromberg betreute Team an den Positionen drei und vier mit Wiebke Bartolomäus und Katrin Hoffmann auf, die ansonsten in der dritten Vertretung um Landesliga-Punkte spielen. Kein Wunder also, dass die um 11 Uhr begonnene Partie nach gerade einmal 70 Minuten beendet war und Spielerinnen wie Zuschauer bereits zu unerwartet früher Zeit am Mittagstisch sitzen konnten.

Eine offizielle Rekordzeit war es laut Spielprotokoll indes nicht, denn das Heimspiel gegen Neukölln (8:0) im Oktober dauerte exakt 69 Minuten. Dass die Partien im Schnelldurchgang abgehandelt wurden, stieß auch bei Marßels Katharina Michajlova auf wenig Freude: "Es ist besser, wenn die Gegner komplett sind." Nur so ist für sie eine aussagekräftige Vorbereitung im Hinblick auf die norddeutschen und deutschen Meisterschaften möglich. Um trotzdem den größtmöglichen Effekt herauszukitzeln, legt Marßels Nummer zwei die Messlatte für sich so hoch wie möglich: "Ich versuche, keinen Satz zu verlieren." Das gelang ihr gegen Maike Bill allerdings nicht, sie musste mit dem 11:13 gestern den einzigen Satzverlust hinnehmen. Maike Bill bereitete sie damit wiederum eine große Freude. Die Oldendorferin stahlte über das ganze Gesicht und ballte beide Fäuste.

Weser-Kurier Von JENS PILLNICK Marßel.